Ohne Strom läuft (fast) nichts. Nicht nur private Haushalte benötigen Energie für Licht, Heizungsanlagen und alle elektrischen Geräte vom Mixer bis zum Computer.
Auch in jedem Industriebetrieb müssen die elektrisch gesteuerten Maschinen, Anlagen und Antriebssysteme mit Strom versorgt, programmiert, gesteuert und gewartet werden, um einen reibungslosen Produktions-, beziehungsweise Betriebsablauf zu garantieren. Dies ist die Aufgabe von Elektroniker*innen für Betriebstechnik.
Energie einsetzen, Versorgung sicherstellenIm Klärwerk Bülk bei Strande werden jährlich 13 Gigawatt Strom verbraucht. Auf dem anderthalb Quadratkilometer großen Gelände landen täglich etliche Kubikmeter Abwasser aus Kiel und dem Umland.
Unzählige unterirdische Pumpstationen befördern sie auf das idyllisch im Grünen gelegene Gelände zur Reinigung und Aufbereitung in Fußballfeld große Becken. Die Abwässer durchlaufen verschiedene Reinigungsstufen: Vorklärung, mechanische und biologische Reinigung, Gasaufbereitung oder Energiegewinnung durch Nutzung der Abfallstoffe.
Die Rohre, Pumpen, Filteranlagen und mechanischen Systeme im Klärwerk sind alle automatisiert und 24 Stunden nonstop im Einsatz.
Ausfälle von Betriebsanlagen verursachen hohe Kosten, daher müssen die Wartungsarbeiten schnell und im Schichtdienst durchgeführt werden, um Stillstände zu minimieren. Deshalb haben Elektroniker*innen für Betriebstechnik (hier: Klärwerkstechnik) mit Installation, Wartung und Instandsetzung dieser Anlagen ständig alle Hände voll zu tun.
Ist über Nacht ein Motor durchgebrannt? Ist die Rohschlammpumpe gestört? Funktionieren die Fühler auf den Rohrleitungen des Trockenlaufschutzes? Wie steht es mit Sensoren, etwa dem Ultraschallgerät, das den Wasserstand misst, bevor die Pumpen ein Becken leeren können? Muss eine neue Pumpe in Betrieb gehen oder einzelne elektronische Bauelemente leistungsmäßig erhöht werden? Mal haben es die Betriebselektroniker*innen mit 24 Volt, mal mit 10.000 Volt zu tun.
Bei Störungen oder Fehlermeldungen suchen Elektroniker*innen für Betriebstechnik umgehend die Ursache für das Problem, oft mit detektivischem Spürsinn. Sie lesen die zum Teil nur auf Englisch vorliegenden Herstellerangaben, führen Prüfungen, Messungen, Reparaturen und Programmierungen durch.
Über die Vorgehensweisen sprechen sie sich stets mit Kollegen und Kolleginnen und ihren vorgesetzten Meistern, Elektrotechniker*innen und Elektroingenieur*innen ab. Für eventuelle Umbauten lesen und zeichnen sie Schaltpläne, berechnen Mengen und erforderlichen elektrischen Werte der Bauteile und bestellen sie.
Elektroniker*innen für Betriebstechnik sind in allen Industriebereichen tätig, in denen Produktionsanlagen betrieben oder gebaut werden. Im Klärwerk Bülk sorgen sie verantwortungsbewusst mit für einen reibungslosen Ablauf der Abwasseraufbereitung. Denn ohne die Aufrechterhaltung der elektrischen Funktionen würde den Kieler*innen das Wasser buchstäblich bis zum Hals stehen.
Dreieinhalb Jahre
Praxis
Die Praxis wird im Klärwerk Bülk in der Nähe von Kiel/Strande vermittelt
Theorie
Die Theorie wird im Blockunterricht an den Beruflichen Schulen Kiel-Gaarden vermittelt.
Die Ausbildung gliedert sich in Kernqualifikationen, die allen industriellen Elektroberufen gemeinsam sind, und die jeweiligen Fachqualifikationen. Die Kernqualifikationen werden über den gesamten Ausbildungszeitraum zusammen mit den jeweiligen berufsspezifischen Fachqualifikationen integriert vermittelt.
An gemeinsamen Kernqualifikationen lernen die Auszubildenden beispielsweise:
Berufliche Fachkenntnisse:
Das Einsatzgebiet wird vom Ausbildungsbetrieb festgelegt.
Die Ausbildungsvergütung beträgt ab 1. April 2025 (brutto)
1. Ausbildungsjahr: 1.293,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.343,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.389,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.452,59 Euro
Die Bewerber*innen absolvieren einen Online-Einstellungstest. Bei einer erfolgreichen Teilnahme werden die Ergebnisse durch Auswahlgespräche und die eingereichten Bewerbungsunterlagen zu einem Gesamtbild ergänzt, das die Grundlage für eine Einstellungsentscheidung bildet.
Nach zweijähriger Tätigkeit als Geselle besteht die Möglichkeit zur Meisterprüfung. Als Meister*in ist es möglich, sich mit einem eigenen Servicebetrieb selbstständig zu machen. Personen mit Hochschulzugangsberechtigung können ein Studium in Erwägung ziehen.
Bewerbungsfrist: 31. Mai 2026.
Ausbildungsbeginn: 1. August 2026
Kevin Gehrmann
0431 901-5246
Kevin.Gehrmann@kiel.de
Landeshauptstadt Kiel
Personal- und Organisationsamt
Ausbildung
Postfach 1152, 24099 Kiel
Besuchsadresse
Rathaus Hopfenstraße
Hopfenstraße 30, 24103 Kiel
Use our AI to tailor your resume for this Elektroniker*in für Betriebstechnik position at Landeshauptstadt Kiel.